Wenn die Charaktere irgendwann alle Facetten eines Autors wiedergeben - Interview mit Mirjam H. Hüberli

Mirjam H. Hüberli wohnt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und einer Vielzahl von Haustieren in der schönen Schweiz, hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen… "Nein, im Ernst, ich wohne an einem märchenhaften Fleckchen", sagt die Autorin über ihre Heimat.

Während ihres Studiums wurde ihr klar, was sie wirklich will: Eigene Geschichten schreiben. Neben vielen Kurzgeschichten veröffentlichte sie in den letzten Jahren auch Kinderbücher, Jugendthriller und Fantasy-Romane.

Wie sie auf die Idee ihrer Phoenicrus-Trilogie kam und was für aktuelle Projekte bei ihr geplant sind, habe ich herausgefunden. 

Wie kamst du zum Schreiben? Was gab den Auslöser, ein Buch zu schreiben und dies dann auch zu veröffentlichen? 

Geschichten zu erfinden, das hat mich schon als Kind fasziniert, aber erst während des Studiums zur Online-Redakteurin wurde mir bewusst, dass es das Schreiben ist, was mich glücklich macht. Und seither bin ich nicht mehr von Papier und Bleistift (oder Bildschirm und Tastatur) zu trennen.

Was sind deine Inspirationen und Kraftquellen?

Es mag banal klingen, aber meistens ist es der Alltag oder das alltägliche Leben. Es kann ein Musikstück sein, das im Radio läuft, ein Foto, das über die Facebook-Seite huscht, ein Artikel in der Zeitung oder einfach ein Gesprächsfetzen, den ich am Bahnhof aufschnappe. Meistens küsst mich die Muse, wenn ich es am wenigstens gebrauchen kann ;)

Wie sieht ein typischer (Schreib-)Tag bei dir aus? Hast du eine gewisse Routine oder vielleicht sogar „Macken“?
Notizen, Projekte, Ideen

Das Schöne an meinem Beruf ist, dass es so was wie Alltag nicht wirklich gibt. Man kann den Tag nicht vollkommen vorausplanen, doch zumindest gewisse Gewohnheiten. Der Tag startet mit Kaffee, während der Drucker rattert und die Seiten des Vortages ausdruckt, damit ich sie überarbeiten kann. Am Nachmittag wird dann fleißig in die Tasten gehauen. Dazwischen schaue ich immer wieder in mein Postfach, Facebook und Lovelybooks und ehe ich mich versehe, ist der Tag auch schon rum. ;)



Am 03. September 2015 erschien der 3. Band der Phoenicrus-Reihe. Wie kamst du auf die Idee zu deiner Trilogie?

Eines Tages hatte ich das Bild eines dunkelhaarigen Mädchens in meinem Kopf. Komischerweise blieb sie immer mit der einen Gesichtshälfte im Schatten. Lange Zeit dachte ich, dass dieses Mädchen so schüchtern wäre, doch rückblickend weiß ich, dass es einfach ein paar Jahre dauerte, bis die richtige Zeit für sie da war. Etwa zur selben Zeit spielte ich mit dem Gedanken: Was wäre, wenn du einen Teil deiner Erinnerungen verlieren würdest? Da man nicht vermissen kann, an was man keine Erinnerungen hat, wird es erst spannend, wenn man zu begreifen beginnt, dass einem ein Teil genommen wurde und irgendwas nicht stimmt. Über die Jahre hat sich der Handlungsstrang noch verändert, gewandelt, und erst als Zaras Opa (Alois) zu der Geschichte dazu kam, wurde sie zu dem, was sie heute ist.

(Die ganze Trilogie gibt es bei Impress vom Carlsen Verlag) 

Wer deiner Charaktere, die du bisher geschaffen hast, hat am meisten von dir und wieso?

Uh, eine schwierige und spannende Frage.

Ich denke, dass in jeder meiner Figuren ein Anteil von mir steckt. Sei das die chaotische Ader, die blauen Augen, die Vorliebe für gewisse Serien, ein Lieblingssong und so weiter … Vielleicht ergeben eines Tages all meine Figuren zusammen all meine Facetten wieder – ein schöner Gedanke.

Du schreibst neben Fantasy- und Jugend-Romanen auch Kinderbücher. Wie kamst du auf den Einfall Plampi, den Hund mit dem leicht verwirrten Blick und unverkennbaren Plampiohren, zu erschaffen und über ihn eine Kinderbuch-Reihe zu schreiben?

Eigentlich war Plampi ein Geschenk an meine Leser. Ein Adventsgeschenk, um genau zu sein. Ich postete jeden Tag ein Stück von der gesamten Geschichte und zeichnete eine Illustration dazu. Der tollpatschige Kerl fand innerhalb kurzer Zeit eine große Leserschaft, und als die Adventszeit vorüber war, fehlte ihnen was. Nach etlichen Anfragen nach einem ganzen Kinderbuch zu dem Hund mit Plampiohren, beschloss ich, das zu versuchen. Und ich hatte Glück. Mittlerweile gibt es drei Plampi-Bücher.

Ich hab euch hier das Cover zu Band 2 "Plampi sieht ROT" – weil es mein Lieblings-Plampi ist :)
"Plampi sieht ROT" gibt es u.a. beim Merquana Verlag.
Welches ist dein „Lieblings-Buch“ deiner bisher veröffentlichten und wieso?

Im Augenblick bin ich natürlich noch hautnah an meinen Helden aus der Phoenicrus-Trilogie. Und weil sie mich schon so lange Zeit begleiten, sind sie ein ganz besonderer Abschnitt in meinem Leben. Und doch, da gibt es auch Aurelia aus meinem Jugendthriller. Ich liebe meine Aurelia (Gefrorenes Herz) und weil sie mein allererstes Jugendbuch ist, das veröffentlicht wurde, wird sie immer ein ganz besonderer Platz in meinem Herzen haben.

("Gefrorenes Herz" ist auch bei Impress erhältlich.)

Welche Tipps kannst du Jung-Autoren geben, die an einem Projekt schreiben und überlegen, es zu veröffentlichen, sich aber nicht sicher sind?

Es empfiehlt sich einen Plot zur Geschichte zu schreiben, damit man ein Grundgerüst zu seiner Idee hat, an der man sich orientieren kann, wenn man mal nicht weiterkommen würde. Hochs und Tiefs gehören unweigerlich zum Schreiben dazu, doch das Wichtigste ist, dass man immer weitermacht. Und je mehr man schreibt, desto einfacher wird es. Also einfach: schreiben, schreiben, schreiben!

Welches sind deine nächsten Projekte? Was können wir bald von dir Neues lesen? 

Hach, ich habe ganz viel geplant. Am liebsten hätte ich im Augenblick zehn Arme, fünf Köpfe und ein Jahr mit 24 Monaten. :D

Ich schreibe an einer neuen Urban-Fantasy Trilogie (REBELL – Gläserner Zorn – Arbeitstitel), da setze ich mich die Tage an die Leseprobe, damit ich es an meine Agentin schicken kann. Gleichzeitig arbeite ich an einem zweiten Jugendthriller und einem Einzelband (Fantasy). Dann möchte ich meinen Mädchen Comic Roman überarbeiten und hab noch ein Schreibprojekt für einen ganz besonderen Anlass in Arbeit. Ähm ja, schenkst du mir etwas Schreibzeit? ;)

Ich kann euch gerne einen ersten Schnipsel zu REBELL hier reinstellen und das Bild zu einem der Protas zeigen. Sein Name ist Bo.
REBELL
Gläserner Zorn


Manche Träume entführen uns in eine Welt,

die wir noch nie zuvor betreten haben.

Obwohl sie uns fremd ist,

kennt sie unsere Seele seit Hunderten von Jahren.
In welchem Genre fühlst du dich beim Schreiben, aber auch beim Lesen am wohlsten/daheim? Hast du eine Leseempfehlung für mich und die Leser?

Ich lese alles – querbeet. Je nach Laune greife ich zu einem anderen Genre.

Beim Schreiben wechselt es zwischen Jugendthrillern, Urban-Fantasy, Comic-Romanen und Kinderbüchern.

Leseempfehlung? Kennt ihr schon den Impress-Titel "Häkelenten tanzen nicht" von Alexandra Fuchs und Jennifer Wolf? Ein wunderbares Buch mit viel Gefühl. Oder "Mind Ripper" von Nadine Erdmann? Das ist der 1. Band ihrer Reihe.

Gibt es einen Spruch oder ein Zitat, mit dem du dich identifizieren kannst, das sich am besten beschreibt? Wenn ja, wieso?

Die folgenden Worte holen mich immer wieder auf den Boden der Tatsache zurück, wenn ich mich über etwas furchtbar aufrege, oder denke, dass ich eine Sache niemals schaffe, oder einfach traurig bin.

"Willst du glücklich sein, dann sei es!"

Ich bedanke mich herzlichst für die tollen Interviewfragen, liebe Sarah! Es war richtig unterhaltsam sie zu beantworten. :)


Aktuelle News rund um Mirjam H. Hüberli und ihr Schaffen erhaltet ihr auf ihrer Website, Facebook, Wattpad, LovelyBooks, und GoodReads. Alle Bücher gibt es auch bei Amazon.

Außerdem hat Plampi seine eigene Welt auf Facebook.

Ich habe dir für die tollen Einblicke zu danken, die du den Lesern und mir gewährt hast. Es war sehr interessant und hat mir viel Spaß gemacht. :)

CONVERSATION

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Back
to top