Von Junggesellen und im Weltall fliegende Prinzessinnen, die Vampire küssen - Interview mit Valentina Fast

Valentina Fast ist 26 Jahre alt, lebt und arbeitet in Münster und veröffentlichte vor kurzem ihren Debütroman "Royal - Ein Leben aus Glas" - der Start einer sechsteiligen Reihe.

Hauptberuflich arbeitet sie eigentlich nur mit Zahlen, wodurch das Schreiben für sie eine wunderbare Abwechselung und einen entspannenden Ausgleich bringt.

Während sie an Schreibtisch oder auf dem Sofa schreibt, hört sie am liebsten Piano-Musik von Disney.

Wie sie auf ihre Royal-Reihe kam und wen sie gern einmal treffen würde, habe ich sie in meinem kleinen Interview gefragt. 


Wie kamst du zum Schreiben? Wie hat alles begonnen und was gab den entscheidenden Anstoß dazu, dein erstes Buch zu veröffentlichen? 

Mit dem Schreiben habe ich schon recht früh angefangen und zwar an der Schreibmaschine meiner Eltern. Danach habe ich immer mal wieder ein wenig geschrieben, aber hatte nie wirklich Interesse daran einen Roman zu schreiben, weil es für mich einfach unvorstellbar war so viele Wörter auf einmal zu Papier zu bringen. Das hat sich dann im Jahr 2012 geändert, als mich eine Idee überrollt hat und ich es einfach mal versucht habe. Royal ist mir mitten im Schreibprozess zu einer anderen Geschichte eingefallen und als ich es schließlich beendete und feststellte, dass es gar nicht so schlecht ist, habe ich es einfach mal bei einem Verlag probiert. Und juhu, es hat geklappt :D 

Wie sieht ein typischer (Schreib-)Tag bei dir aus? Hast du eine bestimmte Vorgehensweise oder Routine? 

Was bei mir nie fehlen darf ist Kaffee. Immer wenn ich mich an meinen Laptop setze, steht daneben eine dampfende Tasse. Es ist fast schon zu einem Ritual geworden.

Ansonsten habe ich eigentlich keine konkrete Vorgehensweise. Ich bin eher der chaotische Schreibtyp, der einfach aufschreibt was ihm in den Sinn kommt. Wenn ich zum Beispiel bei einem Kapitel nicht weiter weiß, dann überspringe ich es auch mal ganz gerne und überarbeite es später noch einmal. 
"Mein Arbeitsplatz"
Woher nimmst du deine Ideen, was inspiriert dich? Und was tust du, wenn die Motivation mal nicht so will wie du? 

Meine Ideen überkommen mich meistens einfach. Beim Autofahren, wenn ich mit Freunden zusammen bin oder einfach ein Musik im Radio höre, das mich inspiriert. Dann entstehen plötzlich Bilder in meinem Kopf, Dialoge und ganze Szenen, aus denen ich dann Geschichten webe. Diese schreibe ich immer in meine Notizbücher und notiere dazu auch sofort alles, was mir inhaltlich einfällt und spontan in den Sinn kommt. Daraus sind bisher all meine Bücher entsprungen und einige Ideen warten schon ganz sehnsüchtig, dass ich mich ihnen widme. 

Am 06.08.2015 erschien dein Debüt „Royal: Ein Leben aus Glas“ und am 03.09.2015 Band 2 „Royal: Ein Königreich aus Seide". Woher kam der Einfall zu Tatyana und den vier potentiellen Prinzen? 

Die Idee zu Royal kam mir bei der Fernsehshow „Der Bachelor“, bei der es darum geht, dass sich mehrere Kandidatinnen auf einen Mann stürzen. Ich stellte mir die Frage wie es wäre, wenn es noch andere Männer gäbe und niemand wüsste, wer der reiche Kerl sein könnte. So kam eins zum anderen und plötzlich war Royal geboren. Jedoch war die allererste Szene, die ich mir notiert habe, der Heiratsantrag des Prinzen an eine entsprechende Kandidatin. Dadurch wurde alles noch viel realer und spannender. Warum, könnt ihr dann im fünften Teil nachlesen :D
Die ersten 5 Bände gibt es u.a. beim Carlsen Verlag, bei dem auch der 6. Teil erscheinen wird.
Wie kam es dazu, dass aus einer Kurzgeschichte eine sechsteilige Reihe wurde, die im Carlsen Verlag erscheint? 

Royal war für mich zunächst nur eine süße, kleine Mädchengeschichte. Ich habe an einer Geschichte gearbeitet, die ein wenig umfassender und komplizierter zu gestalten war und dachte mir, dass ich mir mit Royal eine „kleine Pause“ gönnen könnte. Nun, daraus wurden neun Monate Arbeit, in denen ich eine Szene nach der anderen schrieb und plötzlich eine ganze Welt entstanden war, die sehr viel mehr verdiente als nur hundert Seiten. Nachdem also die Sache mit der Kurzgeschichte verworfen war, wollte ich einen einteiligen Roman schreiben, weil Reihen immer so anstrengend sind :D Als ich dann schließlich bei tausend Seiten angelangt war – und immer noch nicht am Ende -, wurde mir klar, dass ich mich gründlich in Viterra getäuscht hatte. Es wollte all meine Aufmerksamkeit und als ich endlich das kleine Wörtchen „Ende“ unter diesen Berg aus Seiten setzte, war ich auch froh, dass es doch keine Kurzgeschichte geworden war.

Nach einiger Zeit der Überarbeitung habe ich es schließlich einigen Agenturen angeboten, die mich – zum Glück :D – abgelehnt haben. Eine davon war so wundervoll und hat mir einen entscheidenden Tipp gegeben, den ich natürlich sofort umgesetzt habe und die Welt somit nur noch realistischer gestalten konnte.

Als ich schließlich bei Impress anklopfte und diese mich aufnahmen, war das natürlich einer der glücklichsten Tage meines Lebens. ♥ 

Wie das Cover zu Royal entstanden ist, erfahrt ihr in der aktuellen Herbst-Ausgabe des Impress-Magazins.
Welcher deiner erschaffenen Charaktere ist dein Favorit und warum? Hat er viel mit dir gemeinsam? 

Mein Lieblingscharakter ist Charles. Er ist so wundervoll. Ich will gar nicht so viel über ihn verraten, weil man ihm im Laufe des dritten und letzten Bandes sehr gut kennenlernen wird.

Und eine Gemeinsamkeit haben wir tatsächlich: ich bin nämlich auch manchmal viel zu ehrlich :D 

Welches ist deine Lieblingsstelle aus deinen Büchern und warum? Wo kann man sie (später) finden?

Meine Allerliebstelieblingsstelle ist das Ende. Da der letzte Teil ja noch nicht veröffentlich ist, kann ich euch leider noch nicht dran teilhaben. Aber es ist die Szene vor der Epilog, die mir schon in der Mitte der Royal- Reihe eingefallen ist und ich um jeden Preis einbauen wollte, weil ich sie so süß fand. 

Wer sind deine Vorbilder oder auch Lieblingsautoren, die du vielleicht gern einmal treffen würdest? 

Ich würde gerne einmal J. K. Rowling treffen und sie fragen wie sie es geschafft hat so einen genialen Charakter wie Snape zu erfinden. Er ist von allen Buchprotagonisten mein liebster. Böse. Gut. Böse. Gut. Einfach toll! 

An was für Projekten arbeitest du derzeit? Was können wir in Zukunft von dir lesen? 

Momentan arbeite ich wieder an der Reihe, die Royal so dreist unterbrochen hat. Zukünftig habe ich noch zwei ganz konkrete Projekte, die ich unbedingt realisieren möchte und noch einige kleinere Geschichten.

Aber das werden alles Überraschungen :D

Textauszug aus dem momentanen Projekt: 
„Kennst du eigentlich den Weg?“, fragte ich schließlich als die Stille begann mich zu nerven.
„So in etwa. Ich weiß in welche Richtung wir müssen und den Rest werden wir schon finden.“ Geheimnisvoll begann er zu lächeln und sah wieder nach vorne. „Das wird unser kleines Abenteuer“, murmelte er dann schließlich so leise, dass ich es fast nicht gehört hätte.
„Das hört sich wirklich vielversprechend an.“ Ich bemühte mich meinen sarkastischen Unterton raus hören zu lassen und das schien er zu bemerken, denn jetzt grinste er von einem Ohr zum anderen.
Deine Royal-Reihe vereint mehrere Genre in sich: Fantasy, Dystopie, Liebe und auch historische Elemente. In welchem Genre fühlst du dich denn beim Lesen am wohlsten? Hast du für die Leser und mich vielleicht eine Leseempfehlung? 

Ich lese eigentlich sehr gerne durcheinander und lege mich nicht auf ein Genre fest. Es kommt immer auf meine jeweilige Stimmung an. Manchmal muss es einfach eine schnulzige Romanze sein und dann wieder eine aktiongeladene Dystopie. Nur Horror oder Thriller konnte mich bisher noch nicht so begeistern. Vielleicht fange ich mal mit Jugendthrillern an, die sind bestimmt nicht ganz so nervenaufreibend … oder doch? Dann besser nicht :D

Momentan bin ich mal wieder im Vampir-Fieber, nachdem ich die Vampire Academy Reihe beendet habe und würde diese empfehlen, weil ich die Liebesgeschichte und die gleichzeitig wirklich tolle, actionhaltige Handlung sehr gelungen fand. Das ist eine Reihe, die mich seit langem wirklich richtig fesseln konnte. 

Hast du ein Zitat oder einen Spruch, mit dem du dich identifizieren kannst? Und wenn ja, warum? 

Albus Dumbledore: 
„Natürlich passiert es in deinem Kopf, […] aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"
Diesen Spruch finde ich einfach wundervoll, weil es mir als Autorin oft so vorkommt, als könnte alles möglich sein. Wenn ich mit meiner Fantasie ganze Welten erfinde, fliegen lerne, zur Prinzessin werde, mit Meerjungfrauen schwimme, Zaubersprüche rufe, Vampire küsse, die Welt rette, mit Wölfen heule oder sogar ins Weltall fliege, dann gibt es doch sicher irgendwo ein Paralleluniversum, in dem genau das alles zur Realität wird. Eine schöne Vorstellung, an die man denken sollte, wenn man das nächste Buch beendet. 


Alle News rund um Valentina Fast und ihr Schaffen erhaltet ihr auf Facebook, Lovelybooks, Websta und Instagram.  Alle ihre Bücher sind beim Carlsen Verlag und bei Amazon erhältlich. 

Ich danke dir vielmals für das tolle Interview! Es hat mir viel Spaß gemacht! 

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