Gedankenschnipsel -Selbstreflexion-


In meiner neuen Rubrik "Gedankenschnipsel" möchte ich euch einfach auch an meiner Gedankenwelt teilhaben lassen, die mitunter nichts mit Büchern zu tun hat, jedoch mit dem Leben. Da ja aber Bücher Variationen von Leben sind - mal ganz realistisch, mal fantastisch, mal absurd - denke ich, dass viele meiner Gedanken einfach auf meinen Blog gehören, die ich gern mit euch teilen möchte. 

Vielleicht ist "Gedankenschnipsel" auf den ersten Blick nicht passend, wenn dann doch recht viel zu einem Thema geschrieben wird, jedoch stellt dies nur einen Schnipsel meiner Gedanken dar, die mir tagtäglich durch den Kopf gehen, mitunter überflüssig sind, mich aber auch immer gut beschäftigen. :D

Gerade durch Bücher habe ich gelernt, mich noch mehr in andere Menschen hinein zu versetzen, um noch besser verstehen zu können, wieso sie so handeln. Ja, dass ihr Verhalten nicht unbedingt logisch mit ihren Beweggründen in Einklang gebracht werden kann. Außenstehende verstehen mitunter nur sehr schwer oder sogar gar nicht, wieso jemand so handelt und nicht anders. 

Zuerst sollte man deswegen immer bei sich selber anfangen und sich fragen, wieso ich denn so handeln würde... Welche Gründe hatte ich um dies oder jenes zu machen? Klar, dies kann schon oft eine Lösung bringen. Wir verstehen unsere Mitmenschen besser, haben mehr Verständnis und so ein besseres Miteinander. 

Doch nicht immer ist dies so einfach. Dabei kann, finde ich, die Selbstreflexion oft weiterhelfen. Ich bin der Meinung, dass wir dies immer seltener tun - uns selbst reflektieren. Wir sehen unsere Familie, unsere Freunde, unsere Mitmenschen. Beurteilen sie nach ihrem Verhalten, nach dem was "sie getan haben". Manchmal stempeln wir sie dadurch ab, schieben sie beiseite, beachten sie nicht und verpassen dadurch wichtige Dinge, die uns das Leben einfacher machen würden. 

Doch was meine ich nun genau mit diesem "Selbst-Reflektieren"? Natürlich kann man sich dazu vor einen Spiegel stellen, denn dieser ist das klassische Symbol für eine Reflexion, doch mir geht es eher um die Reflexion des Innenlebens und nicht des Äußeren - des Verhaltens.

Laut Lexikon Stangl ist Selbstreflexion:
"Als Selbstreflexion bezeichnet man die Fähigkeit des Menschen, über die eigene Situation nachzudenken. Reflexionen von äußeren oder inneren Beobachtungen können als Chancen zum Erkennen von Problemen und Ansatzpunkten für Veränderungen angesehen werden. Selbstreflexion setzt das Vermögen zur differenzierten Selbstbeobachtung und eine gewisse Distanz zu sich selbst voraus." (© Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik)
Also man sollte einfach öfter sein eigenes Handeln, aber auch Denken hinterfragen. War das jetzt so in Ordnung, wie ich reagiert habe? Wie kann ich beim nächsten Mal, wenn eine solche Situation eintreffen sollte, handeln, damit ich ein "besseres Ergebnis" erzielen kann? Ganz wichtig an dieser Stelle ist einfach, dass man ehrlich zu sich selbst ist. Es ist einfach so, dass wir am liebsten uns selbst belügen und uns Situationen oder Resultate schönreden. Das ist grundsätzlich auch nichts Schlimmes. Aber betrifft dies auch andere Menschen, sollten wir es uns nicht so einfach machen. Man muss vor allem auch sich selbst gegenüber zugeben können, dass man einen Fehler gemacht hat, etwas falsch eingeschätzt hat, falsch gedacht hat. 

Ich war z.B. ein sehr sturer Mensch und habe auf meiner Meinung gepocht bzw. an meiner Sichtweise festgehalten, was das Miteinander mit anderen Menschen unnötig schwer gemacht hat. So konnte es nicht weitergehen, da es Probleme hervorgerufen hat, die überflüssig waren. Also begann ich darüber nachzudenken... Ist es jetzt wirklich so, dass es so ist? Wenn ja, muss man die andere Person auf diese sture Art und Weise versuchen zu überzeugen? Oder ist es eigentlich ganz anders und du bestehst hier auf etwas, das Unsinn ist? Willst du einfach nur nicht zugeben, dass du falsch liegst? Merkst du vielleicht schon selbst, dass es Unsinn ist, jetzt auf dem und dem zu beharren oder kann man das anders klären? Wieso gibst du nicht einfach zu, im Unrecht zu sein? usw.

Natürlich ist es schwer, es dauert bis man jahrelange Gewohnheiten ablegen kann, aber wenn man es wirklich möchte, bekommt man das hin. Ganz wichtig dabei ist, dass auch deine Mitmenschen Verständnis und Geduld haben, aber auch, dass man ehrlich zu sich selbst ist und sich Fehltritte eingesteht und über seinen Schatten springt und sich dafür entschuldigt. 

Dabei sollte man aber auch realistisch zu sich selbst sein. Es bringt niemandem etwas, wenn man sich als "perfekt" reflektiert, ebenso wenig, wenn man sich selbst geißelt. Man soll sich nicht schlechter machen als man ist, aber auch nicht in den Himmel heben und somit den Sinn einer Selbstreflexion verfehlen. Ehrlich und realistisch sein, ist ein guter, aber auch schwerer Anfang, sich selbst zu reflektieren und so einen Mehrwert für Beziehungen, Freundschaften und das generelle Miteinander zu schaffen. 

Ich bin der Meinung, dass diese Selbstreflexion in letzter Zeit immer seltener durchgeführt wird. Was nicht heißt, dass der Mensch dazu nicht mehr fähig ist oder nicht ehrlich und realistisch sein kann. Vielmehr haben wir einfach immer mehr zu tun. Das ganze Leben ist für jeden schneller geworden. Durch das Internet, die Medien, neue Transportmöglichkeiten und Kommunikationsmittel usw. ist alles schnelllebiger geworden und es wird trotzdem immer mehr von uns erwartet. 

Früher brauchte ein Brief mit der Postkutsche Wochen. (Mal als krasses Beispiel.) Jetzt macht man schnell einen Anruf oder schreibt eine Message über das Internet und Sekunden später kann man eine Antwort haben. Man weiß etwas nicht? Papa Google hilft. Nein, wir gehen nicht in die Bibliothek und gucken in einem alten Lexikon nach... Und ich finde das auch großartig! Ich google auch hier und da, gehe nicht in eine Bibliothek, um die Defintion von "Selbstreflexion" rauszufinden. Es geht einfach schneller. Das Problem dabei ist aber, dass es scheint, dass wir trotzdem weniger Zeit haben... Und das ist das Problem, jeden Tag ist es so und jeden Tag mehr vergessen wir darüber nachzudenken, was wir alles haben, womit wir im wahrsten Sinne des Wortes "gesegnet" sind und ob wir jeden Tag alles immer so richtig machen und einschätzen, wie wir denken... 

Man nimmt sich immer weniger die Zeit über das Hier und Jetzt nachzudenken. Dabei reicht es bereits 5 Minuten abends im Bett über diese 3 Frage nachzudenken:
  • Habe ich mich heute immer korrekt verhalten?
  • Wofür kann ich heute dankbar sein?
  • Was könnte ich morgen besser machen?
Diese Fragen erscheinen banal, aber wenn man sich die Zeit mal nimmt, führen sie zu vielen verschiedenen Gedanken, die einem sich und anderen näher bringen können.

Ich gebe zu, ich liege auch nicht jeden Abend da und denke die Fragen durch. Aber immer mal wieder denke ich daran, was ich alles habe und dass ich dafür dankbar sein kann. Was ich besser machen kann und was ich bisher erreicht habe. Das stärkt ungemein mein Slebstbewusstsein, aber lässt mich auch realistisch feststellen, dass ich glücklich sein kann, hier so zu leben. Und es zeigt mir auf, was ich besser machen kann. 

Wenn sich jeder mal, auch wenn es nur ein Mal in der Woche ist, darüber Gedanken macht, denken wir anders über uns und unsere Mitmenschen und gehen somit auch ganz anders mit ihnen um! ;)



Ich danke euch, dass ihr meinen Gedanken gelauscht habt. Man könnte dieses Thema natürlich noch weiter ausführen. Vielleicht kommt auch noch ein zweiter Teil zur Selbstreflexion. Mal sehen. 

Meine Freude ist aber auch so schon sehr groß, dass ihr diesen Post bis hier her gelesen habt. :) Sich selbst solche Gedanken zu machen ist das eine, sie mit der Welt zu teilen eine andere. 

Lasst mir eure Gedankenschnipsel zu diesem Thema da! Ich bin gespannt, wie ihr darüber denkt und freue mich auf einen regen Austausch! :)

Und weil ich es schon passend fand: Hier ein Bild zum Thema, das ich auf Pinterest gefunden habe:
"Believe in yourself"
Danke für eure Aufmerksamkeit!

Eure Sarah

CONVERSATION

2 Kommentare:

  1. Liebe Sarah,

    sehr schöne Gedankenschnipsel, die Du da hast. Wir haben uns ja schonmal kurz darüber unterhalten. Selbstreflexion ist ein unterschätztes Thema - im Umgang mit anderen, aber insbesondere im Umgang mit sich selbst. Es ist so wichtig, dass man selbst sein bester Freund ist. Und dafür müssen wir uns mit uns selbst auseinander setzen. Hinterfragen, aber auch Mitgefühl mit uns zeigen, wenn wir noch nicht da sind, wo wir menschlich hin wollen.

    Schön, dass Du solche Sachen ansprichst. Ich freue mich auf mehr Gedankenschnipsel.

    LG, Jenna

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    1. Hallo Jenna ;)

      Ja, wir hatten uns ja den Tag bereits darüber ausgetauscht und das Thema hat mich nciht losgelassen. :D

      Musste einfach mal meinen Senf mit der Welt teilen ;)

      Ganz liebe Grüße,
      Sarah

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